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8. März 2013 5 08 /03 /März /2013 09:20

Handout von Benedikt P.:

 

Musik gegen die Vietnam Krieg

Vietnam Krieg

1965 schickten die USA ihr Militär in den Süden Vietnams, um diese im Bürgerkrieg gegen die kommunistischen Nord-Vietnamesen zu unterstützen. Der Krieg kann als Fortführung des Kalten Krieges bezeichnet werden, da Nord-Vietnam mit Waffen und anderem Material von der UdSSR unterstützt wurde. Durch die neuen militärischen Mittel, insbesondere Napalm, zählt der Vietnam-Krieg zu einem der schlimmsten Kriege überhaupt. Jegliche Infrastruktur wurde zerstört, und die skrupellose Vorgehensweise verursachte in der Zivil-Bevölkerung großes Leid. Doch auch auf der amerikanischen Seite forderte der Krieg große Opfer, was bedeutete, dass immer jüngere, oft unausgebildete Soldaten nach Vietnam geschickt wurden. Durch die neuen Dokumentations-möglichkeiten bildete sich in Amerika eine Antikriegsstimmung, die großen Einfluss auf das kulturelle Leben hatte.

Der Weg nach Woodstock

Nach dem 2. Weltkrieg zogen sich die meisten Menschen in ihr häusliches Umfeld zurück und die Gesellschaft war sehr konservativ geprägt. Doch die Jugend, die sich gegen das Establishment auflehnte, veränderte einiges. Äußerlich grenzten sie sich durch lange Haare und lässige Kleidung, wie Jeans, ab. Es bildete sich eine neue, pazifistische Gesellschaft, die sozial sowie politisch engagiert war. Die neue Bewegung kann grob in drei Gruppierungen unterteilt werden, die aber durchaus gemeinsame Schnittmengen hatten: die soziale, politische und bewusstseinserweiternde Gruppierung. Alle Gruppierungen hatten jedoch eins gemeinsam: die Musik. Die soziale Gruppierung lehnte sich gegen die bestehenden Konventionen auf, die ein fröhliches und freies Leben für sie unmöglich machten. Man traf sich im Park und spielte die neu aufkommende, einfache Musik, die jedermann lernen konnte und diskutierte über die verschiedenen sozialen Probleme. Durch ihre Vorbilder, wie Che Guevara, bildete sich eine Musikrichtung, in der die Melodie immer minimalistischer wurde und im Vordergrund politische Texte standen. Später bestanden ihre Texte aus rezitierten Texten, die durch einfachste Musik begleitet wurde. Am erfolgreichsten waren die „Protestlieder“ z.B. von Joan Baez, die Country- und Folk Musik vermischte. Diese gehören zu den einfachsten Musikstilen, die Songs gehen zu 95% nicht über mehr als 4 Akkorde hinaus und sind immer in den einfachsten Tonarten D, E, A oder G gespielt. Auch ein Tonartwechsel findet nicht statt. Die bewusstseinserweiternde Gruppierung nutzte die ausgefallensten Dinge, um neue Erfahrungen machen zu können und diese der Menschheit zu vermitteln. So entstand der Psychedelic-Rock. Als wesentliche Gemeinsamkeit der Künstler des Psychedelic-Rocks lässt sich die Verwendung neuer und ungewöhnlicher Klänge feststellen, sowie der experimentelle Umgang mit Songstrukturen, indem sie lange Solis hatten oder ganz improvisierte Parts. Der Psychedelic Rock hätte ohne die neue Technik nicht entstehen können. Dazu gehören das Bandecho, Reverb, Verstärker, Ringmodulatoren, E-Gitarren und das WhaWha-Fußpedal. Für die Psychedelic-Künstler war die Musik keine Unterhaltung, es war eine Erfahrung, die sie durch den Drogenkonsum neu entdecken konnten. Alle neuen Musikrichtungen fielen unter den Namen „Rock“. Die vorher am Politischen eher desinteressierte Jugend wird durch die anarchistische Rockmusik selbst und die Rockmusiker wachgerüttelt. So entwickelte sich Pazifismus und ein Drang nach Freiheit, der nicht mehr aufzuhalten war. Die neuen oder erweiterten technischen Möglichkeiten, wie die Verbesserung des Audioverstärkers, trugen dazu bei, auf öffentlichen Veranstaltungen und sonstigen Festivals, ein großes Publikum zu unterhalten. Es entstand zum ersten Mal eine funktionale Musik außerhalb des Militärs für das Volk. Der Höhepunkt der Hippie- und Rockkultur findet vom 15-18.Aug.1969 auf einer Farm in Bethel bei New York statt: das Woodstock-Festival. Anwesend waren 32 Bands und Solisten aus den Musikrichtungen Rock, Folk, Soul und Blues. Die wohl bekanntesten anwesenden Künstler waren Joan Baez, Jimi Hendrix, Joe Cocker und The Who. Das Woodstock-Festival gilt als eines der bedeutendsten Festivals aller Zeiten. Bei einer Menschenmenge von ca.500.000 Leuten wurde keine Gewalttätigkeit dokumentiert. Es war ein Zusammenkommen und ein friedliches Protestieren, vor allem gegen den Vietnamkrieg, gemeinsam mit der Musik. Auch wenn man die Bewegung in drei Gruppen unterteilen kann, führt Woodstock sie alle zusammen.

Die Entwicklung der Musik bis in die späten 60er

Die Musik des letzten Jahrhunderts bestand größten Teils aus Versen; Refrains gab es nur wenige, und wenn es welche gab, wurden sie kurz gehalten. Anfang dieses Jahrhunderts wurde der Vers und der Refrain gleichberechtigt. Erst bei dem Rock ´n´ Roll und der bei Rockmusik wurde der Refrain bedeutender als der Vers. Als der Blues durch die Verschmelzung der 5-tönigen Musik der Afrikaner und der 8-tönigen Musik der Amerikaner entstand, wurde dieser in England durch die Verschmelzung englischer Volkslieder, unter dem Einfluss von Rock ´n´ Roll, weiter entwickelt zur Rockmusik. Dadurch enthält die Rock Musik melodische und rhythmische Elemente des Blues sowie der traditionellen englischen Musik. Im instrumentalen Bereich kommen elektrische oder akustische Gitarren, E-Bass, Schlagzeug, Keyboards oder Klaviere und unter anderem auch Saxophon, Trompete oder Posaune zum Einsatz. Vom Rock´n´Roll unterscheidet sich die Rockmusik im Rhythmus. Die Achtelnoten werden bei beiden Musikformen unterschiedlich gespielt. Beim Rock´n´Roll spielt man diese zwischen den Beats leicht nach hinten verschoben. So entsteht ein ternärer Rhythmus, den man aus dem Jazz kennt. Bei der Rockmusik werden die Achtelnoten gerade gespielt. Das kennt man bereits von der europäischen Musik. Viele der Musiker kamen aus einfachen Verhältnissen; dadurch hatte Musiktheorie für viele keinen Einfluss auf ihre Musik. Sie wollten mehr ihr Gefühl und ihre Einstellungen ausdrücken, ohne großen musiktheoretischen Hintergrund. Die zwei wichtigsten Gründer der Rockmusik waren die Beatles und Rolling Stones; die einen gelten als Harmonie geprägte Band, die anderen hingegen fallen durch ihren rauen Ton auf. Kurze Zeit später kam die Phase der technisch anspruchsvolleren Themen der Rockmusik durch Jimmy Hendrix. Wie anfangs meist alle neuen Musikrichtungen wurde auch die Rockmusik als skandalös betrachtet. Doch trug dies zu der schnellen Ausbreitung bei, da das Skandalöse das neue Rebellische noch mehr förderte. Der Höhepunkt der Rockmusik findet seinen Ausdruck in der Friedensbewegung gegen den Vietnam-Krieg, wo sich die Rockmusik mit der neuen Hippie Kultur zusammenschließt

 

Quellenverzeichnis:

Literatur:

Die wilden Jahre des Rock n Roll  - Alain Dister

Rock im Sarg – Daniel König

50 Jahre Backstage – Fritz Rau

Woodstock Vision – Elliot Landy

1968 – Süddeutsche Zeitung (Diskothek)

Persönliche Quelle:

Gespräch mit Horst Schnebel

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