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Igor Strawinski

Alina schriebt nach ihrem - sehr guten - Referat:

 

 

Igor Feodorowitsch Strawinsky

Igor Feodorowitsch Strawinsky wird 1882 am 5. Juni
(nach dem alten russischen Kalender, 17. Juni nach der neuen Zeitrechnung) in Oranienbaum bei St. Petersburg geboren. Sein Vater war Musiker an der kaiserlichen Oper. So wurde Strawinsky schon in jungen Jahren durch seinen Vater geprägt; Musik spielte in seiner Familie eine wichtige Rolle. Nach seinem Schulabschluss begann er auf der Universität in St. Petersburg Jura zu studieren. Nach einem Gesinnungswandel wechselte er jedoch 1903 zur Musik. Dabei wurde er von Rimsky Korsakov unterrichtet, einem berühmten russischen Komponisten.
1909 begann Strawinsky mit dem russischen Ballett zusammen zu arbeiten und komponierte für das damalige Ensamble „Petruschka“ und "L`Oiseau de Feu" ("Der Feuervogel"), der den Mittelpunkt seiner „russischen Phase“ darstellte.
1913 wurde sein Ballett "Le Sacre du Printemps" („Die Frühlingsweihe“) in Paris uraufgeführt. Es ist heute eines seine berühmtesten Werke und handelt von einem vor zeitlichen, heidnischen Russland:
Der Mensch der Frühzeit war den Kräften der Natur schutzlos ausgeliefert. Nicht immer bot seine Unterkunft ausreichend Sicherheit vor dem Wechsel von Witterung und Klima. Nahrung musste durch Sammeln und Jagen mühsam beschafft werden. „Außerirdische Mächte“ bestimmten Glück und Pech bzw. den Erfolg oder Misserfolg einer Mission. Diese Abläufe prägten sein Bewusstsein, und er versuchte, sein Glück zu manipulieren. Er stellte sich vor, dass die Opferung wertvoller Dinge sich für ihn günstig auswirken könnte. Um einen Ansprechpartner zu haben, erfand er Gottheiten oder personifizierte Naturkräfte, denen er unterstellte, an seinen oftmals abstrusen Opfergaben Interesse zu haben. Die Einbuße geht meistens zu Lasten Einzelner, die sich der tödlichen Prozedur zu unterziehen hatten, um sich gefragt oder ungefragt dem Gemeinwohl zu opfern.“


Merkmale:

  • Übereinanderschichtung verschiedener Rhythmen, die Polyrhythmik
  • Polytonalität: Zusammenklang von übereinander geschichteten Dreiklängen
  • Übereinaderschichtung von sich ständig wiederholenden musikalischen Motiven

    Strawinskys „Frühlingsweihe“stellte einen Meilenstein in der Musikgeschichte dar, es erregte bei seiner Uraufführung Unverständnis und rief Massentumulte unter den Zuschauern hervor. Zu ungewohnt war die Musik und zu barbarisch die Inszenierung für das noch an die Klänge der Romantik gewöhnte Publikum. Das Werk zeigte einen Wandel von nationalen Tendenzen zu einem dynamisch-modernen Stil.

    1914 zog Strawinsky wegen stärkeren Unruhen in Russland in die Schweiz und blieb seiner Heimat durch den Beginn der Revolution auch weiterhin fern. Während des Ersten Weltkrieges litt er unter finanziellen Schwierigkeiten, weshalb er sich auf kleinere Bühnenwerke konzentrierte, wie zum Beispiel „Die Geschichte eines Soldaten“ (1918), das eine Hinwendung zum Jazz erkennen lässt. Auch komponierte er eine Gruppe von Volksliedern unter dem Titel „Pribautki“, die russisch-folkloristische Merkmale aufwiesen und die er für eine Singstimme und acht Soloinstrumente schrieb. 1914 schrieb er die Oper „Nachtigall“ und begann 1915 als Dirigent in Genf zu arbeiten. 1920 zog Strawinsky nach Frankreich und komponierte im selben Jahr „ Les Noces“ (für vier Klaviere und ein Schlagzeug). Er wurde französischer Staatsbürger und erlebte einen großen Erfolg mit seinem Ballett „Pulcinella“. Seine Opera Buffa „Mavra“ (1922) ist eine erste Hinwendung zum Neoklassizismus, dem er bis in die 1940erJahre treu blieb. Der Neoklassizismus bezeichnet das Streben nach Klarheit, Einfachheit und „Klassizität“. Im Neoklassizismus entstand eine neue, tonale und weitgehend linear bestimmte Musik, wobei das 18. Jahrhundert (Spätbarock und Frühklassik) häufig Vorbild für Satztechniken, Formen und Gattungen ist. Er distanziert sich deutlich von Spätromanik, Impressionismus und Expressionismus. Für Strawinsky war es eine arbeitsreiche Zeit.
1939 erhielt er einen Lehrauftrag an der Harvard University in Cambridge bei Boston. Nachdem die deutschen Nationalsozialisten in einen Teil Frankreichs einmarschiert waren, emigrierte Strawinsky in die USA. Im Jahr 1946 wurde er US-amerikanischer Staatsbürger. Erst 1951 kehrte er nach Europa zurück, um in Venedig seine Oper „The Rake's Progress“ selbst zu dirigieren. 1957 leitete er sein Ballett „Agon“ bei den Donaueschinger Musiktagen selbst an und setzte sich in dieser Zeit stark mit serieller Musik auseinander. Serielle Musik ist eine Weiterentwicklung der Zwölftontechnik von Arnold Schönberg und wird nach strengen Regeln komponiert. Sie basiert auf dem Versuch, möglichst alle Eigenschaften der Musik, wie zum Beispiel Tondauer, Tonhöhe und Lautstärke, auf Zahlen- oder Proportionsreihen aufzubauen. Es soll eine möglichst klare Musik
geschaffen werden, die frei von der Unbestimmtheit und der Beliebigkeit des persönlichen Geschmacks ist.
1967 erhielt Strawinsky den Titel des Ehrendoktors an der Rutgers University in New Jersey. Am 06. April 1971 starb Igor Feodorowitsch Strawinsky in New York und wurde auf der Toteninsel San Michele bei Venedig beigesetzt.

Strawinsky war ein Familienmensch, er kümmerte sich Zeit seines Lebens sehr um seine Töchter und Söhne. Freunde beschrieben ihn als höflich, zuvorkommend und hilfsbereit, wobei er „niedriger Gestellten“ des Öfteren auch geringere Wertschätzung entgegenbrachte.

Charakteristische Stilmerkmale seines Werkes sind anfangs die Einflüsse russischer Volksmusik und des Folklore gewesen. Seit den 1920er Jahren befasste er sich mit dem Neoklassizismus und in seiner späteren Laufbahn mit dem Serialismus. So wies Strawinsky eine schöpferische Flexibilität auf, die sich auch mit dem Wechsel seiner gesellschaftlichen Umgebung und den zahlreichen Umzügen vergleichen lässt. Wiederkehrende Elemente sind vor allem die Bi- und Polytonalität, die rhythmische Motorik, die Polyrhythmik und die Taktwechsel. Seine Ballette gehören zu den bedeutendsten des vergangenen Jahrhunderts


Übersicht der wichtigsten Werke:
1910 „L`Oiseau de Feu" ("Der Feuervogel") Ballett
1910 „Petruschka" (1911) Ballett
1913 „Le Sacre du printemps“ Ballett
1914 „Pribautki"
1914 „Nachtigall“ Oper
1917 „Les Noces“ Ballett mit Chorbegleitung
1918 „Die Geschichte vom Soldaten"
1920 „Pulcinella“ Ballett
1922 „Mavra" Opera Buffa
1926 „Oedipus Rex" Choroper
1934 „Persephoné" Ballett
1936 „Chroniques de ma Vie" seine Memoiren
1937 „Jeu de Cartes" Tanzspiel
1938 „Dumbarton Oaks" Konzert
1951 „The Rake's Progress“ Oper in drei Akten
1953 „
Agon“ Ballett


Julian schreibt nach dem Unterricht:

Igor Strawinsky; Vorlesung an der Havard University, 1939

 

1.  Fühlungsnahme:

Igor Strawinsky versucht in seiner Rede an der Harvard Universität 1939 seinen Zuhörern zu vermitteln, was sein Verständnis von Musik ist.

Er möchte Entwicklung und keine Revolution, deswegen ist er auch kein Revolutionär. Kunst und so auch Musik sind konstruktiv, denn es stehen Ideale wie Absicht, Arbeit, Idee und Konzept dahinter. Als Musiker setzt man etwas in die Gegenständlichkeit ein, produziert Töne und gestaltet die Zeit. Dagegen bedeutet Revolution Blut, Tod und Chaos.

Die Kunst kann so nicht sein, sondern nur konstruktiv wirken. So mag ein musikalischer Komplex noch so provokant sein, er ist da rechtmäßig, wenn es authentisch ist.

Wenn ein Künstler etwas aus seinem Inneren preisgeben will, so muss er die Freiheit um sich haben, um es authentisch darstellen zu können. Und so kann derjenige, der authentisch ist auch ruhig provokant sein.

 

2.  Über das musikalische Phänomen:

Kunst ist dort, wo etwas mit einer Absicht geschieht, Kultur da, wo es über das Alltägliche hinauskommt. Vögel machen beispielsweise keine Kunst, da sie aus Instinkt oder des Paarungstriebes Willen Töne von sich geben.

Der menschliche Geist ist belebend und schöpferisch.  Bevor Musik geschaffen werden kann, muss ein Wille da sein, um sie auszudrücken. Die Musik wird mit 2 entscheidenden Elementen gestaltet – Ton und Zeit. Jenseits dieser 2 Elemente gibt es keine Musik, denn Musik ohne Zeit ist nicht denkbar. So ist auch eine musikalische Pause eine zeitliche Einheit. Musik ist Zeitkunst oder Chronomonie.

Wie sortiert man die Zeit richtig, damit Musik entsteht:

Man braucht ein Metrum, das die Zeit in gleichlange Häppchen teilt, wobei alle Schläge gleich lang sind. Je nachdem wie lang die Schläge sind, ist der Abstand zwischen den Schlägen variabel.

Der Takt schafft Hierarchie, deswegen sind die Schläge nicht mehr gleich wichtig, denn immer nur der erste Schlag im Takt wird betont. (MTJ: natürlich sind die Schläge nach wie vor glei lang)

Der Rhythmus braucht die Basis von Metrum und Takt. So gesehen ist natürlich eine Aussage wie "der Rhythmus wird schneller" völliger Blödsinn.

 

 

Sophia analysiert den Beginn des "Sacre":

 

Stravinsky „Le sacre du printemps“

1. Teil: Das Fagott beginnt auf eine ruhige, verspielte Art. Die Bläser und dann die Streicher setzten nacheinander ein. Anfangs erscheint die Richtung unklar. Sie findet sich aber mit Hilfe spielerischer Elemente, bevor es dann zum völligen Chaos kommt. Dies wird auch durch den Rhythmus verursacht, da man keinen Takt hören kann. Verschiedene Motive treten öfter auf. Stravinsky geht an die Grenzen, was den Raumklang betrifft. Er bedient sich nicht eines überdimensional großen Orchesters, sondern einem großen Tonumfang, von der Piccoloflöte bis zum Kontrabass, sowie kleinen flirrenden Bewegungen in den Bläsern.

2. Teil: Dieser Teil ist treibend, intensiv und bombastisch, während er durch hohe Holz­bläsereinwürfe gestört wird. Der durchgehende, gleichmäßige Rhythmus, mit den metrischen Achteln, stellt den Puls dar. Es lässt sich aber auch hier nicht der konsequente 2/4 Takt ausmachen, da die Akzente willkürlich und ohne System gesetzt sind. Die Holzbläser haben ein kleines, schlichtes, tonleiterartiges Motiv. Es folgt ein Kanon mit schlichten Motiven in Dur.

 

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