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Die Notre-Dame-Epoche

Oliver schreibt:

 


 

In der Notredamepoche begann man erste Versuche mit der Mehrstimmigkeit. Die Hauptstimme hieß Tenor (Betonung auf der 1. Silbe). Der heutige Tenor (Betonung auf der 2. Silbe) ist davon abgeleitet. Das Wort wurde vom lateinischen  Wort "tenere" abgeleitet; das bedeutet "halten". Dieser Tenor wurde als untere Stimme benutzt. Nun hatte man den Cantus als obere Stimme und den Tenor als Unterstimme. In der Notredamepoche begannen die Komponisten die beiden Stimmen immer eigener und komplexer zu komponieren. Generell hatte dabei die untere Stimme längere Notenwerte (daher der Begriff Tenor). Zwei bis heute bekannte Komponisten aus dieser Zeit sind Leonin und Perotin. Leonin war der Lehrer Perotins und komponierte ein zweistimmiges Buch und viele zweistimmige Stücke. Sein Schüler Perotin komponierte später dann dreistimmig, wobei er zu den zwei Stimmen seines Lehrers noch eine dritte Stimme hinzufügte. In dieser Zeit war eine gewisse Rhythmik schon vorhanden, sie war jedoch sehr frei. Um ein zwei oder dreistimmiges Werk zu komponieren musste man es rhythmisch organisieren sonst entstand Chaos. Gleichzeitig musste man anfangen die Werke auf Pergament zu fixieren und festzuhalten. Diese Mehrstimmigkeit war sehr beliebt bei der Bevölkerung und so wurde viel geforscht und ausprobiert. Deshalb können wir heutzutage sagen, dass in diesen zweihundert Jahren ab der Notre-Dame-Epoche die Zeit mit der wichtigsten musikalischen Entwicklung war. Alles spätere waren nur kleine Änderungen und Ergänzungen.

Die ersten Versuche den Rhythmus ganz zu fixieren waren in der Ars antiqua (1250-1320). Man machte sich viele Gedanken wie man einen Rhythmus am einfachsten fixieren konnte. Schließlich kam man darauf, den Rhythmus von der Sprache auf die Musik zu übertragen. Die sogenannte Modalrhythmik. Doch diese hatte den Nachteil, dass sie langweilig war und wenig Freiheiten ließ. Aus diesem Grund, wurde wieder mehr an dem Klang organisiert und die Rhythmik frei gelassen. Man komponierte weiter dreistimmig in der Ars Antiqua. Eine neue Gattung war u.a. der Conductus. Dieser war ein Gesang, der den Priester begleitete. Er war völlig frei komponiert. Man nahm einstimmige Werke und machte aus ihnen dreistimmige Werke, dabei änderte man jedoch den Text um. Nun kamen die Komponisten darauf, ihre Werke in Reim- und Strophenform zu schreiben, da dass doch viel schöner klang. Die ersten Stücke in Strophenform wurden in der Ars Antiqua komponiert. In dieser Zeit war Paris der Hauptausgangspunkt dieser Musikentwicklung. Bei der nun folgenden Mottete, die erfunden wurde, blieb quasi alles gleich, bis auf die Tenorstimme die begann einen anderen Text zu singen. Diese wurden sogar manchmal in verschieden Sprachen komponiert. Auch bei der Mottete blieb der Tenor aber die Hauptstimme so wie vorher. Die Hauptstimme war immer unten und hatte die größeren Notenwerte. Der Cantus hatte kleinere und der Discantus noch kleinen Notenwerte. Wenn man heute die Bauweise der gotischen Kirchen anschaut, so kann man erkennen, dass die Seitenwände große Spitzbögen zwischen Haupt und Seitenschiff besaßen. Darüber wiederum eine Reihe von Fenstern die genau die halbe Größe der Spitzbögen hatten und darüber noch so eine Reihe mit Fenstern die nur halb so groß waren. Wenn man das nun mit der Musik verglicht fällt einem auf, dass das wie bei der Mehrstimmigkeit ist. Die größten Notenwerte unten und nach oben immer kleiner werdende Notenwerte.

Die Modalrhythmik wurde entscheidend weiterentwickelt zur sog. "Mensuralnotation" und man erfand mögliche Zeichen um sie aufzuschreiben. Die Menschen dachten, es musste möglich sein ihre Noten in einem Rhythmus auszudrücken. Sie begannen dem Ganzen Stück ein Zeitmaß unterzulegen. Ein Grundtempo und fingen an die Musik zu berechnen. Sie begannen, der Musik eine lange Note zugrunde zu legen, die Maxima. Diese Maxima konnte man nun durch 2 oder 3 teilen und bekam so eine Note mit einem kleineren Notenwert, die Longa. Diese konnte man nun wieder teilen durch 2 oder 3 und man bekam die Brevis. Darauf folgte die Semibrevis und schließlich als kleinste Note die Minima. Diese Art von Notenaufteilung war sehr kompliziert, aber durchaus ein großer Erfolg. Wenn man die Maxima durch zwei teilte, bekam man die perfekte Lösung. Durch dass durch drei teilen, die imperfekte Lösung. Wenn man nun wusste ob das jeweilige Stück durch zwei oder drei geteilt war, war alles logisch nachvollziehbar.  Diese Notationen waren Ebenen in denen nun komponiert wurde. Die sogenannte Ebene a la Breve ist der heute zwei halbe Takt. Diese komplizierten Erfindungen wurden in wenigen Jahren erfunden. Das auch aus dem Grund, weil es unglaublich schnell bekannt und beliebt wurde. Der Fachbegriff dafür lautet Mensuralnotation. Später hatten die verschiedenen Stimmen auch verschiedene Mensuren. Diese komplizierte Vorgehensweise hat die Menschen damals herausgefordert. Man begann zwischen den Ebenden zu springen. Man begann auch die Noten zu kolorieren, was soviel wie färben der Noten heißt. Das Tempo diminuieren, heißt die Notenwerze um das doppelte Verkleinern, was jedoch immer bleibt ist ein Zeitmaß, dass alles zusammenhält. Die auch genannte göttliche Einheit die allem Zugrunde liegt. Diesen Puls hatte man bis zum Barock, erst dann wurde er langsam weggelassen. Was auch auffallend ist, ist das die 3 Stimmen nicht untereinander sondern fast immer hintereinander geschrieben wurden, so dass jede Stimme ihre eigenen Noten in einem Block hatten.

 

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