Rebecca schreibt/fragt:
Ist Impressionismus atonal? Atonal heißt, ohne Bezug auf das Dur/moll System, also nicht mehr mit Dur/moll erklärbar. Das Gegenteil ist "tonal", es beruht auf dem Dur/moll System und ist durch die Funktionsharmonik erklärbar/aufschlüsselbar. Die Frage betrachten wir anhand des impressionistischen Komponisten Debussy: Er arbeitet mit eindeutigen Dur und moll Dreiklängen, jedoch nicht mit der Funktionsharmonik. Es gibt kein Bezugssystem zwischen Dur und moll, die Stücke sind frei von Tonalität und werden als "freitonal" bezeichnet. Um ohne den Bezug zu Dur/moll zu schreiben, können Ganztonleitern, chromatische Tonleitern (=verminderte Tonalität) und die Pentatonik eingesetzt werden. In der Pentatonik und der Ganztonleiter finden wir keine Halbtonschritte und haben also auch keinen Anhaltspunkt, an dem wir Dur oder moll herausfinden können. Wenn die Halbtonschritte vorhanden sind, jedoch an einer anderen Stelle als bei Dur und moll, öffnet sich ein neues System: wir sind bei den Kirchentonarten, die auch Modi (Fachbegriff) genannt werden; man komponiert modal. Debussy komponiert auch mit modalen Elementen, die ja relativ nah an dem Dur/moll System sind, löst es dann aber auch auf. Im allgemeinen wird die Funktionsharmonik durch parallele Verschiebung von Akkorden verhindert. Man verliert dadurch den Bezug zur Grundtonart. Die impressionistischen Merkmale sind also: -das Lösen vom Dur/moll System durch z. B. parallele Verschiebungen von Akkorden, Verwendung von Ganztonleitern und der Pentatonik -modales Komponieren -das Komponieren ohne Bezug zur Funktionsharmonik Analyse Es gibt zwei Arten von Analyse: Die Detailanalyse, in der das Stück mit allen Einzelheiten betrachtet wird und die Übersichtsanalyse, bei der man versucht die typischen Dinge des Stücks "kurz" und klar zusammen zu fassen.
Eine Detailanalyse baut sich aus vier Punkten auf: -allgemeine Einleitung (Komponist, Entstehungsdatum, Takt, Länge...) -in Abschnitte teilen ("Besonderheiten auflisten" z. B. Themen, Motive und Wiederholungen mit Taktangaben) -wenn Text vorhanden, Inhalt in "einem" Satz beschreiben (Inhalt und Interpretation); wenn Programmmusik, das Thema und die Zusammenhänge kurz erklären -ausführliche Analyse Analyse von Clair de Lune (= Mondlicht) in Stichpunkten: -Programmmusik - 4-stimmig, wobei die Melodie in der obersten Stimme ist - ungewöhnlicher Anfang durch die Pausen - es fängt nur mit Terzen an = es könnte auch f-moll sein, erst mit dem dritten Akkord wird die Tonart Des-Dur bestätigt - den ersten Des-Dur Akkord finden wir erst in Takt 9 - von den vier Stimmen gehören immer zwei zusammen, so begleitet die 2. Stimme die 1. Stimme meist einfach eine Terz drunter - das Stück wird insgesamt in einer relativ hohen Lage gespielt (oft in beiden Händen Violinschlüssel), was das Mondlicht verdeutlicht - Debussy verwendet oft Terzen, ohne sich dabei um die "richtige" Schreibweise bei einer enharmonischen Verwechslung zu kümmern - ab dem 2. Takt ist eine Melodie erkennbar, die aus kleinen Motiven besteht - 3. Takt ist die Sequenz des 2. Taktes, 4. Takt die Sequenz des 3. Taktes - der 5. Takt beginnt mit dem vorherigen Element, setzt es jedoch anders fort - Takt 7 und 8 sind eine Sequenz zu Takt 5 und 6 - Takt 1-4 bilden eine "Einheit", dann die nächsten vier Takte die nächste, man erkennt eine klare Struktur, wie in der Klassik - wenn man das Stück mit der Funktionsharmonik betrachtet, kommt man nicht weit - das Stück wirkt sehr frei, ist aber total "durchkomponiert" (=strukturiert)
Veit ergänzt - und benutzt vielleicht beim nächsten mal die Rechtschreibprüfung....
Clair de Lune (Anfang)
Das Stück "Clair de Lune" wurde von Claude Debussy geschrieben. Es ist dem Impressionismus zuzuordnen. Beim Hören viel uns folgendes auf:
Durch die allgegenwärtigen Bindungen bekommt man kein richtiges Gespür für den 9/8 Takt.
In der Musik gibt es binäre und ternäre Elemente, z.B. in Takt 3 die übergebundenen Duolen. Es gibt sehr oft Tempowechsel.
Das Thema, wenn es eins gibt, geht von Takt 1-8.
Durch das gedrückte Pedal entsteht ein dichter Klangteppich. Die Melodie hat kein klares Ende und auch keinen klaren Anfang, es ist also eine offene Melodie.
Damit alles noch weicher klingt hat Debussy viele Terzen verwendet.
Das Stück beginnt mit einem Sextakkord, das ist sehr ungewöhnlich.
Diese Mittel nutzt Debussy um sein Stück zu verschleiern. Deshalb kann man z.B. erst Takt 9 die Tonart des Stückes , Des-Dur, eindeutig zuordnen.