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Von Wagner zu Debussy

Sophia schreibt:

 

Richard Wagner hatte einen Endpunkt gesetzt, da er alle Möglichkeiten der Musik ausgereizt hatte. Nach Wagners aufgebauschter, lauter, mächtiger Musik bewegte sich die Musik der kleineren Form zu. Man wollte gekürzte Musik, die die Schlichtheit ausdrückt und die Natur wiederspiegelt. Es bildeten sich nun in Paris und Wien zwei neue Schwerpunkte heraus.
Paris mit Achille-Claude
Debussy, der die Tonalität auflöste und Igor Fjodorowitsch Stravinsky, der die Tonalität zerstörte.
Wien mit Gustav Mahler (der Beethoven und Bruckner weiterführt) und Arnold Schönberg (der die Tonalität ersetzt zur Zwölftonmusik)

Der Begriff Expressionismus ist in der Musikfachsprache nicht korrekt. In dieser Zeit gibt es keinen definierbaren, einheitlichen Stil in der Musik. Darum spricht man von der Musik der Jahrhundertwende, dieser Ausdruck ist stilistisch offener.

Impressionismus

Typisch für den Impressionismus in der Kunst sind die Bilder von Monet, wie z.B. die verschwommenen Seerosen- und Heuhaufenbilder und die Kathedrale von Rouen. Es sind Naturbilder, die nicht die ideale Welt, sondern Momentaufnahmen beschreiben.
In der Musik im Impressionismus versuchte man keine Handlung, sondern ein Bild darzustellen. Ein schlichtes Bild, eine abgeschlossene Einheit, die den Moment einfangen soll. In der Musik war Debussy wie Monet in der Kunst.

Hörbeispiel von Debussy: "Prélude à L'après-midi d'un faune"

Die Orchesterbesetzung besteht aus einem gewöhnlichen Orchester. Charakteristisch für Debussy ist, dass er die zwei Harfen und die Flöte besonders hervorhebt.
Das Stück beginnt mit einem Solo der Flöte. Hinzu kommen Holz- und Blechbläser. Immer wieder werden einige Instrumente durch Solostellen hervorgehoben, insbesondere die Holzbläser. Die Streicher haben viel Pizzicato. Sie sind der Stimmungsträger und bilden einen Klangteppich. Das Stück klingt langsam aus.

Hört man die Musik denkt man an die Natur, an einen ruhig fließenden Bachlauf, oder an die Unterwasserwelt. Das Stück wird von einer Unbeschwertheit/Leichtigkeit immer wieder, besonders an den Solostellen durchzogen. Zwischendurch braut sich etwas zusammen, was durch die Abwechslung von laut und leise verdeutlicht wird. Insgesamt wirkt das Stück verträumt, ruhig, offen, hell, (blau), verschwommen und nicht dramatisch (im Vergleich zu Wagner).
Das Stück hat eine offene Melodie, die nicht in sich geschlossen ist und keinen konkreten Anfang und Ende besitzt. Es kommen viele chromatische und Ganztöne, sowie Moll- und Durakkorde in dem Stück vor, jedoch keine Dissonanzen. Die Klangfarbe wird während des gesamten Stückes beibehalten. Der Rhythmus ist schwer zu definieren, da sich Debussy der Taktverschleierung bedient hat. Durch Triolen und Achtelkombinationen, so wie durch Überbinden verschwimmt der Takt etwas und ist schwer zu zählen.

Ab Debussy haben wir neben den Merkmalen von Harmonie, Melodie und Rhythmus, auch die Klangfarbe und die Taktverschleierung.

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