Yannick schreibt:
Während das Mittelalter in der Kunstgeschichte in zwei prägende Epochen geteilt wird (Romanik und Gotik) ist es musikhistorisch eine Zeit mit sehr vielen Fortschritten.Daher gibt es innerhalb des Mittelalters viele "kleine" Epochen die,die Musikgeschichte gestaltet haben.Das Mittelalter begann um 800 und endete circa um 1400.Jedoch kann man nicht sagen, dass das Mittelalter über eine Nacht zur Renaissance wurde.Dies wird deutlich wenn man den Ottheinrichsbau des Heidelberger Schlosses betrachtet. Es ist der erste Renaissance-Bau nördlich der Alpen.Dies war um 1556.
Die Kirchen und Klöster spielen im Mittelalter eine tragende Rolle was die Entwicklung der Musik betrifft.Jedoch ihre schon damals "erfundene Mehrstimmigkeit" blieb zunächst hinter ihren Wänden.
Außerhalb der Kirche entwickelte sich der einstimmige Minnegesang. Die Dichter und Verse-Erfinder (genannt Troubadours in Nordfrankreich und Trouvères in Südfrankreich, Minnesänger in Deutschland),zogen von Hof zu Hof und sangen ihre selbst gedichteten Lieder. Wenige dieser Lieder kann man "rekonstruieren", da sie nicht in noten aufgeschrieben wurden und damals nur ihre Verse verewigen konnten.Der letzte Minnesänger dieser Art war Oswald von Wolkenstein; er "komponierte" den ersten Kanon.
Neben dem "hohen" Minnegesang gibt es noch die ländliche Musik die der Jahrmarktsmusik entspricht. Z.B. in der mittelalterlichen Sammlung "Carmina burana" (später von Carl Orff benutzt). Auch hier wurde einstimmig gesungen und die Inhalte waren wie im hohen Minnegesang weltliche Themen.
Im Mittelalter können wir also an drei Richtungen in der Musik festhalten:die kirchliche Musik, der Minnegesang und die ländliche Musik.Sie beeinfussten sich gegenseitig jedoch blieben sie in ihrer Art zu den anderen unterschiedlich.