Julian schreibt:
Romantik
In der Romantik wurden viele Musikformen der vorigen Epochen weiterführt. Oft wurden diese
etwas verändert. Eine Symphonie komponierte man auch manchmal mit 3 oder 5 Sätzen. Sonaten
waren oft länger, lauter oder leiser, genau genommen extremer als davor.
Eine Musikform rückte in der Romatik jedoch immer mehr in den Fokus. Jeder Komponist
komponierte viele Lieder, denn in Liedern werden die Gefühle bzw. Emotionen doppelt stark
ausgedrückt. Zum einen durch den Text, zum anderen durch die Musik. Der Text stammte meistens
von Gedichten.
In Deutschland war die Romantik am stärksten vertreten. Auch die bekanntesten Komponisten der
Romantik stammen aus Deutschland. Schubert, Schumann, Brahms und Wagner sind alles
Komponisten, die den meisten Menschen heutzutage noch ein Begriff sind.
Auch in anderen Sprachen gibt es das Wort „Lied“. Jedoch steht dieses Wort nicht einfach für
Gesang wie im Deutschen, sondern für die romantische Liedgattung. So lernen sogar heute noch
Sänger die deutsche Sprache wegen der romantischen Liedgattung und die italienische wegen der
Oper. Einer der letzten bekannten Komponisten der Romantik war Strauss, der für den früheren
Reichskanzler Adolf Hitler komponierte.
Robert Schumann
Für Robert Schumann, der in Zwickau geboren wurde, stand schon früh fest, dass er Musik studieren
wollte. Doch seine Eltern verboten ihm dies. So musster er nach Heidelberg gehen um dort Jura zu
studieren. Man munkelt, dass Schumann in dieser Zeit kein einziges Mal die Hörsäle der Uni
besuchte. Als er nach Leipzig zurückkam, heiratete er Clara Wieck, die Tochter seines Musiklehrers, juristisch
erzwungen, da ihr Vater ihm dies verbieten wollten. Die Ehe ging jedoch irgendwann zu Bruch, da
Schumann manisch depressiv wurde und in eine Anstalt eingeliefert werden musste. Bevor das
passierte, verdiente er gar nicht das meiste Geld durch seine Kompositionen, sondern durch seine
Musikzeitschrift, die er gegründet hatte. Auch durch diese Zeitschrift wurde er sehr bekannt und
dann auch seine fachliche Meinung geschätzt, nicht durch seine Musik. Diese Zeitschrift wurde
sogar in ganz Europa gelesen. Ihm hat es beispielsweise ein Brahms zu verdanken, dass er berühmt wurde, da Schumann in seiner Zeitschrift schrieb, dass er die Musik von Brahms sehr gut finden würde.
Auch einem Brahms verhalf er so zum Durchbruch.
Samuel schreibt:
Die Entwicklung des Kunstliedes in der Spätromantik
Den Schülern fiel stilistisch beim Vergleich von Schumanns „Mondnacht“ zu Schuberts „Winterreise“ auf, dass das Klavier in der Mondnacht wirklich zur Unterstützung der Stimme, nicht als zweite Stimme genutzt wird.
Schumann erfand das Rad nicht neu, er verbesserte und intensivierte das Komponieren nur. So schreibt Schubert beispielsweise noch einige Strophenlieder, was bei Schumann selten vorkommt (natürlich beherrschten beide Komponisten die drei Liedgattungen der Romantik). Tendenziell werden in der Romantik aber eher variierte Strophenlieder und durchkomponierte Lieder geschrieben.
Nach der stilistischen Betrachtung wurde das Lied in eine der drei Liedarten der Romantik eingeteilt:
· -Strophenlied (Die Musik ändert sich nicht mit den verschiedenen Strophen des Textes)
· -Durchkomponiertes Lied (Hier ändert sich die Musik mit jeder Zeile des Textes und es gibt keine Wiederholungen mehr)
· -Variierte Strophen (eine Mischung der beiden oben genannten Liedarten; hier ändert sich die Musik irgendwann im Lied ein wenig)
·
Wir fanden heraus, dass es sich bei Schumanns „Mondnacht“ um letztere Variante (Variierte Strophen) handelte.
Nach einer Hörprobe, um das Lied wieder in Erinnerung zu rufen, stellten wir kleine Melismen, ein Zwischenspiel und ein Vorspiel fest.
Nun teilten wir das Lied in 3 Parameter auf:
· Melodie
· Rhythmus
· Harmonie
Wir gingen hierbei sehr intensiv auf den 3. Parameter, die Harmonie, ein:
Das Stück beginnt mit einer None, was zeigen soll, dass Schumann über die „schöne-Welt-Oktav“ hinausgeht. Den Anfang komponiert Schumann in einer „schwebenden Tonart“, die nicht die Grundtonart ist. Dies erreicht er mit Dissonanzen, die er so einsetzt, dass sie nicht wie bei Schubert „Schmerz“ ausdrücken, sondern die Tonart verschleiern und den Hörer aufs Glatteis führen. Erst nach einiger Zeit kommt es zur ersten klaren Tonika.
Zudem findet in der Mitte des Liedes ein Tonartenwechsel statt.
Rhythmisch zeigt sich eine gute Umsetzung des Textes, da Schumann für kurze Silben kurze Töne (und anders herum) verwendet.
Führt man alle diese Betrachtungen zusammen, so erschafft Schumann in diesem Lied die Atmosphäre einer Mondnacht.
In diesem Werk benutzt Schumann Harmonien, Dissonanzen und eine neuen Art von Intervallen, was weit über Schubert hinausgeht. Hier spannt sich der Bogen von der Früh- zur Spätromantik.
Für die Entwicklung des Kunstliedes in der Spätromantik ist Schumann ein wichtiger Entwicklungspunkt, auf den unweigerlich Brahms folgen muss.
So hörten wir ein weiteres Hörbeispiel, diesmal aus der Epoche der Hochromantik: „Auf dem Kirchhofe“
Es fielen bei näherer Betrachtung einige Dinge auf:
In diesem energisch, emotional gespielten Stück sind extreme und krasse Wechsel zwischen laut und leise hörbar (Dynamik), der Gesang emanzipiert sich (Klavier und Gesang sind also unabhängig von einander), das Stück ist durchkomponiert und beginnt in moll und endet in dur. Es treten erneut Dissonanzen auf, auffällig sind diesmal aber wiederkehrende Pausen.
Die Frage die wir uns zur nächsten Stunde stellten lautete:
„Was wird anders und warum?“
Rebecca schreibt:
Das Volkslied Anfang des 19. Jahrhunderts entstand das "Volkslied". Berühmte Komponisten griffen Lieder auf, die vorher "Wirtshausniveau" hatten und so entstanden Stücke im "Volkston". Sie waren schlicht und doch anspruchsvoll. Auf dem Kirchhof Das Lied "Auf dem Kirchhof" wurde von Brahms gegen Ende der Romantik geschrieben. Es lebt von Extremen: Der Mensch kämpft gegen den Tod, gegen sein Schicksal an, er lehnt sich auf. In der Musik wird das durch Takt und Rhythmus deutlich, die sehr zerrissen und unterschiedlich sind. Erst am Schluss kommt plötzlich eine große Klarheit und Ruhe in das Stück: Das Klavier hat einen gleichmäßigen Rhythmus, man erkennt klar einen 4/4 Takt und man hat plötzlich ein durchgehendes Tempo. Der Mensch ergibt sich in sein Schicksal, er akzeptiert es, dadurch kommt ein Hoffnungsschimmer auf und die Tonart wechselt von moll nach Dur. Die Melodie geht abwärts und das Stück wird langsamer (=Taktwechsel). Es ist nun etwas choralartig (hat einen leichten Kirchenanklang). Der Höhepunkt des Stücks ist in der sehr dramatischen Einführung.